Interessante Fakten über Vjetrenica Höhle

Unterirdische Lebensräume

Die Höhlenkanäle formen Klüfte, unterirdische Gewässer, sowie andere unterirdische Lebensräume. Gleich wie die Lebensbedingungen, sind sie proportionell dazu stabil. Dies bedeutet sowohl gleichbleibende Temperaturen (hauptsächlich jährliche Durchschnittstemperaturen dieser Region) als auch Luftfeuchtigkeit, die in der Regel ihr Maximum erreicht. Diese unterirdischen Lebensräume sind absolut dunkel und es herrscht Aufgrund von dortigem völligem Mangel an Gewächs folglich immerzu eine relative Nahrungsknappheit.

Lebensbedingungen in Vjetrenica

Das Auftreten des starken "vjetar" (zu dt. "Wind") am Eingang ist ein faszinierendes Merkmal von Vjetrenica. Streng genommen handelt es sich dabei nicht um einen tatsächlichen Wind, sondern vielmehr einer physikalischen Erscheinung von Windströmungen, welche stets einem Ausgleich zwischen der gleichbleibenden Innen- und der wechselhaften Außentemperatur streben. Auf der topographischen Oberfläche über der Vjetrenica befinden sich tiefe Klüfte, durch welche im Sommer warme Luft hineinstömt, sich danach abkühlt und am Haupteingang der Höhle wieder austritt. Es ist bereits eine Weile her, seitdem die letzen Windgeschwindigkeitsmessungen vorgenommen wurden, jedoch haben sporadische Messungen ergeben, dass es sich um Geschwindigkeiten bis zu 10m/s handelt, obgleich sowohl Aufzeichnungen von einer bis zu 13m/s erreichten Geschwindigkeit existieren.

Im Winter, wenn die Außentemperatur beträchtlich unter die der Innentemperatur sinkt, wechselt der Windstrom seine Richtung. In dieser Übergangsphase gibt es einen mehrfachen Windrichtungswechsel, weil zum Beispiel morgens die Außentemperatur geringer und abends höher als die Innentemperatur ist. Wie dem auch sei, es kann manchmal allerdings zeitgleich vorkommen, dass der Hauptkanal in Sifon überflutet ist, wonach Windströmungen komplett unterbrochen sind.

Temperatur: In der Vjetrenica ausgeglichen, jedenfalls im Sommer, wenn Messungen vorgenommen werden. Die Lufttemperatur beträgt ca. 11 Grad Celsius, in den immerwährenden Teichen im Hauptkanal ca. 10,5 Grad Celsius, sowie die Böden unterhalb der Oberfläche, teilweise mit erreichten Ausnahmewerten bis zu 10,2 Grad Celsius. So gut wie sowohl alle fließende als auch stehende Gewässer, die sich aller Wahrscheinlichkeit nach von der Oberfläche her ernähren, sind ein bisschen wärmer (zumindest im September) - über 11 Grad Celsius.

Zoologische Merkmale

Es lebt eine große Artenvielfalt in der Vjetrenica, in der sogar bis zu 200 verschiedene Tierarten vermekt wurden, von denen wiederrum 92 troglophile Lebewesen sind (d.h. sie leben ausschließlich in Höhlen), wodurch diese Höhle bezüglich ihrer Biodiversität Platz eins der Welt besetzt. 37 von diesen troglophilen Lebewesen wurden zum ersten Mal an diesem Ort entdeckt und benannt (locus typicus). In der Fauna der Vjetrenica gibt es eine große Anzahl von engen Endemiten, sog. Stenoendemiten. Die innere Lufttemperatur beträgt 11,4 Grad Celsius, die des Wassers 11,3 Grad Celsius.

Chemisches Wasserbild

Die Sauerstoffsättigung wurde nur in den Teichen des Hauptkanals gemessen und sie lag bei so gut wie 100 %. Der Calciumanteil ist in allen Gewässern ungefähr gleich, 43-50 mg/l, und der Natriumanteil beträgt auch 1,7-2,3 mg/l. Dagegen sind die Unterschiede innerhalb der Kaliumwerte deutlich uneinheitlicher, welche in einigen Teichen bei weniger als 0,1 mg/l liegen kann, in den meisten Gewässern sogar etwas über diesem Wert, aber auch stellenweise nur einige Zehntel Milligram beträgt.

Karst und Verkarstungen

Allgemein gibt es verschiedene Definitionen von "Karst", aber alle haben sie steinige, mehr oder weniger kahle Oberflächen, sowie zerhackte und tiefe Klüfte gemein. Aus diesem Grunde ist ein Karst auch wasserdurchlässig, woduch in ihm sogar ein Austausch von Gewässermengen stattfindet. Diese Gewässer weichen die Gesteine auf, welches wiederrum oberflächliche und interirdische Formungen im Karst zur Folge hat. Die Gestalt des Karstes bildet sich demnach kontunierlich durch die unmittelbare Einwirkung der Wassermengen innerhalb der Gesteinsrisse.

Exakt sprechen wir in diesem Falle vom Fachausdruck "Verkarstung". Ein solches Vorkommen bewirkt ein spezifisches, karstiges Relief, sowie unterirdische, karstige Erscheinungsformen, mit anderen Worten "ein hohler Maulwurfshügel aus Schutt" (Roglic 1974). Die Entwicklung eines jeden Karsts beeinlflussen lithologische Eigenschaften, Konsistenz und Dicke von Graphiten und allogene Anschwemmungen, sowie ökölogische Umstände und ihre zeitliche Fluktuation

Löslichkeit der Steine

Die meist verbreiteten, löslichen Gesteine sind Kalksteine und Dolomiten, auf ähnliche Art und Weise entwickelt sich der Karst ebenso im Gips, Sinter und Salzablagerungen (NaCl). Kalksteine enthalten einen großen Anteil an Mineralien, wie z.B. Calzite und Aragonite CaCO3. Die Gesteine im Popovo-Feld haben sogar einen Calzitenanteil von bis zu 99,98 Prozent! Die Korosion wird in Gang gesetzt durch gegenseitig abhängige und rückwirkende, d.h. erneuerbare chemische Abläufe: Regenwasser und unterirsche Gewässer enthalten CO2, welches im Wasser eine kleine Menge an Kohlensäure bildet: CO2 + H2O → H2CO3.

Die Menge an gelöstem CO2 ist abhängig vom CO2-Druck oberhalb des Wassers, von der Beschaffenheit der Einrisse und der Wassertemperatur. Umso kälter das Wasser ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer Schmelzung. Wasser, welches eine Temperatur von 0 Grad Celsius hat, kann eine doppelte Menge an Kohlenstoffdioxid aufnehmen als Wasser, das eine Temperatur von 200 Grad hat. Beträchtliche CO2-Mengen befinden sich in abgefallenen Baumblättern. Kohlenstoffsäure dissoziiert schnell: CO2 + H2O → H+ HCO3. Der Calzit dissozziert und das zweifach positive Ion löst sich von der Oberfläche des Calzitenkristalls ins Wasser: CaCO3 → Ca++ + CO3. Das positive Wasserstoffion bindet sich mit dem Kohlenstoffion zu einem Bikarbonation: CO3 + H+ → HCO3.

Die Korosionsstärke stellt man mit Hilfe der Messung von Wasserhärte an Quellen. So geschehen bei der Erfassung der Korosionseinflüsse auf die Gesteinshöhenminderung in Slowenien (I.Gams). Es ist erwiesen worden, dass in größeren Stromgebieten Gewässer durchschnittlich im Jahr 30-110 Kubikmeter Kalkgestein von einem Quadratkilometer Oberfläche abtragen, was bedeutet, dass die Senkung jährlich auf 0,03-0,11 mm, bzw. 30.110 Meter in tausend Jahren erfolgt.

Unmittelbar vor der Bildung von Tropfstein aus dem Wasser verläuft die Steinlösungsreaktion in umgekehrter Reihenfolge. An Stellen, an denen die mit Calcium gesättigte Wasserschicht geringer wird, vermehrt sich ihre Kristallverdampfung und -absonderung, welche sich in der Umgebung absondern. Nebenbei bilden sich in den Höhlen verschiedenste Formen. Im "Postojni-Planina" (Gebirge), der "Taborska pecina" (Höhle) und den "Škocjanske pecine" (Höhlen) wurden Messungen vorgenommen, die die Schnelligkeit der Tropsteinwüchse ermitteln sollten. Dabei wurde festgestellt, dass von einem Liter Wasser, welches die Tropfsteine abfließt, zwischen 0 und 180 mg CaCO3 abdampft.

In einem Jahr wird folglich von einem Kubikmeter Wasser durchschnittlich 40 g Tropfstein abgelagert; in den "Škocjanske pecine" sogar noch mehr. Je größer die Oberfläche das schmelzende Wasser hat, desto mehr Tropfstein lagert sich dadurch ab. Einer Messung zufolge lagert sich auf einer Glasoberfläche 61x18 cm im Jahr durchschnittlich 0,11 mm Tropfstein ab.

Eine mystische Welt - zum Greifen nah

Regeln der Höhle

  1. Tragen Sie bitte stets lange Hosen, sowie festes Schuhwerk. Sandalen, sowie Schuhe, bei denen Rutschgefahr besteht, sind strengstens untersagt.
  2. Halten Sie sich bitte stets in der Nähe des Fremdenführers und Ihrer Gruppe auf.
  3. Sollten Sie sich übermüdet oder unwohl fühlen, teilen Sie dies bitte umgehend dem Fremdenführer mit.
  4. Bitte hinterlassen Sie keinen Müll wärend ihres Aufenthaltes. Seien Sie sich dessen bewusst, dass die Vjetrenica-Höhle ein Ökosystem von höchstem Wert darstellt.
  5. Der Zutritt ist für Haustiere nicht gestattet.
  6. Entwenden Sie bitte keine Requisiten aus der Höhle!
  7. Kindern unter 4 Jahren, sowie Personen, die sich in engen Räumen unbehaglich fühlen und Personen mit erschwerten Möglichkeiten der körperlichen Fortbewegung raten wir von einer Höhlenbesichtigung ab.
  8. Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Wissenswertes über die Vjetrenica-Höhle

#1 der Welt
in der biologischen Vielfalt
7,014m
Gesamtlänge der Kanäle
1,800m
fertiggestellter Gehwege
11.6°C
jährliche Durchschnittstemperatur

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